Pfarrer Stephan WolffGeboren 1956 in Hennweiler, einem Dorf am südlichen Rande des Hunsrücks, musste ich in der damals noch konfessionell getrennten Volksschule und später im Kirner Gymnasium als „Arbeiterkind“ erfahren, dass die Vernetzung der Arbeitswelt mit einer weiterführenden Ausbildung keineswegs selbstverständlich war. Ein Lehrer konnte durchaus damals noch behaupten: Arbeiterkinder gehören nicht aufs Gymnasium.

Nicht zuletzt durch die Ermutigung der Kirche und der Gemeinde, bin ich den Weg zu Abitur [1976] und Studium in Trier und Würzburg gegangen.

Nach dem Diplom in Theologie und der Diakonenweihe [1981] folgte der erste pastorale Dienst als Diakon in der größten Diasporapfarrei unseres Bistums – Dierdorf, am Rande des Westerwaldes -, in der es zur diakonischen Grundaufgabe gehörte, die über 40 Dörfer verstreut lebende Gemeinde zusammenzuführen.

Es folgten 1983 die Priesterweihe und ein erster Einsatz als Wallfahrtskaplan in Klausen, gleichsam mit pilgernden Menschen unterwegs, um bei der Verbindung mit dem, der unsere Wege als „guter Hirte“ begleitet, behilflich zu sein.

Nach einer weiteren, dreijährigen Kaplanszeit im saarländischen Wemmetsweiler, mit einem Schwerpunkt in der Jugendarbeit, folgte die Vikarszeit in Andernach-Miesenheim, Plaidt und Saffig, mit der Aufgabe, ehemals getrennt lebende Gemeinden zu verbinden.

Dieser Zeit schlossen sich sechs Jahre als Regional-Jugendpfarrer der Region Mosel-Eifel-Hunsrück an. Es war eine Phase intensiver Vernetzungsarbeit, vor allem im Bereich der Jugendseelsorge und der Jugend-Verbandsarbeit.

Die Ernennung zum Rundfunkbeauftragten des Bistums Trier eröffnete eine „Netzwerksarbeit“ im Bereich der Medien, die Verbindungen schuf, von denen ich zuvor kaum zu träumen gewagt hätte.

Als Mitarbeiter in der ACK [Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen] wurde mein Blick erneut geweitet und ließ mich den verbindenden „Faden“ zu anderen christlichen Konfessionen entdecken und „weiterspinnen“.

Nicht zuletzt durch die Ernennung zum Pfarrer in Idar-Oberstein [1995] und zum Dechanten im Dekanat Birkenfeld [1997], wiederum einer großen Diasporagegend unseres Bistums, wurden die Verbindungsfäden zu den evangelischen Geschwistern geknüpft, durch die ich reich beschenkt wurde und die mir deutlich machten, dass ein gutes „Gewebe“ aus vielen Fäden bestehen muss, die, wenn sie gut verknüpft sind, im doppelten Sinne des Worte „tragfähig“ werden. Dazu kam die Aufgabe, 6 ehemals getrennte Kirchengemeinden zu einer Einheit zu „verweben“.

Mit der Ernennung zum Diözesanvorsitzenden des Bonifatiuswerks im Bistum Trier, sowie zum Leiter der Diözesanstelle Diaspora wurde der „Faden“ in die Arbeit dieses großen Hilfswerks unserer Kirche für die innerdeutsche, skandinavische und baltische Diaspora weitergesponnen und soll auch in Zukunft weitergeführt werden.

Nun also steht, mit dem 3. Juni, der Beginn des Dienstes als Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Hl. Dreifaltigkeit Koblenz-Innenstadt an und ich spüre deutlich, wie sehr auch hier die Chance des Verbindens und Vernetzens ein Auftrag sein wird.

Sie dürfen mich daher beim „Fäden spinnen“, an ihrer Seite wissen, so dass das „bunte Gewebe“, das die Koblenzer Innenstadt schon jetzt auszeichnet, tragfähig wird und bleibt. Möge das Geflecht der Beziehungen mit den vielen Knotenpunkten das Vermächtnis Jesu an diese Welt deutlicher zum Vorschein bringen. Dabei sage ich schon jetzt allen, die im Zugehen auf die neue Aufgabe verknüpfend und verbindlich und verbindend geholfen haben, ein aufrichtiges „Dankeschön“.

Auf ein gutes Miteinander, bei dem wir gemeinsam den uns in die Hand gelegten Faden aufgreifen und weiterführen,

Ihr

Stephan Wolff